Weihnachten 

                    

                                   

Vier Kerzen brannten am Adventskranz

Es war ganz still.
So still, dass man hörte,
wie die Kerzen zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte:
" Ich heiße Frieden, sie wollen mich nicht."
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
"Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen
wollen von Gott nichts mehr wissen.
Es hat keinen Sinn mehr, daß ich brenne."
Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.

Leise und traurig meldete nun die dritte Kerze sich zu Wort:
"Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen.
Die Menschen stellen mich an die Seite.
Sie sehen nur sich selbst und nicht die Anderen, die sie lieb haben sollten."
Und mit einem letzen Aufflackern war auch diese Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind ins Zimmer.
Es schaute die Kerzen an und sagte:
"Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!" und fast weinte es.
Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort und sprach:
"Hab keine Angst mein Kind.Ich heiße Hoffnung!"
Da nahm das Kind das Licht von dieser Kerze und zündete die anderen

Kerzen wieder an.

( Elsbeth Bihler )



Auf den eisbedeckten Scheiben
fängt im Morgensonnenlicht
Blum und Scholle an zu treiben...

Löst in diamantnen Tränen
ihren Frost und ihre Dichte,
rinnt herab in Perlensträhnen....

Herz, o Herz, nach langem Wähnen
laß auch deines Glückes Geschichte
diamantne Tränen schreiben!

 

(Christian Morgenstern )




 

  Glück, fragt ein Kind,
  was das wohl ist ,
  dies kleine Wort zu definieren-,
  unwissend fragt es ohne List,
  im Kinderhirn dies zu notieren.

  Glück sollte wieder für uns sein,
  in Ruhe und bei Kerzenschein,
  den Frieden tiefbewegt erleben.

  Es wäre schön, wenn auf der Welt
  der Friede wieder hergestellt,
  und man dem Kinde sagen kann:
  Suchst du nach Glück?-

Dann schau mich an!

  Wir sollten uns sehr glücklich schätzen,
  wenn wir nach Rasen, Stressen, Hetzen,
  das Glücklichsein auch nicht vergessen
  und Glück nach neuen Werten messen.

 

(Autor unbekannt)





Immer wenn du denkst,
es geht nicht mehr,
kommt von irgenwo ein Lichtlein her,
dass du es noch einmal wieder zwingst
und von Sonnenschein und Freude singst,
leichter trägst der Alltags harte Last
und wieder Kraft und Mut und Glauben hast.


(Autor unbekannt)



Wenn die Teiche zugefroren,
wenn im Schnee die Welt erbleicht,
wenn erstarren Hände, Ohren,
wenn die Nase Röte zeigt,
dann ja dann ist`s nicht mehr weit
bis zur schönen Weihnachtszeit.

Wenn in Stadt und Land die Läden
sind von Menschen brechend voll,
wenn mit riesigen Paketen
jeder rennt und jagt wie toll,
dann ja dann.............

Wenn der Vater fortgewesen,
kauft ein Tannenbäumchen ein,
wenn die Mutter spricht:"
Der Besen kommt mir nicht ins Zimmer rein."
Dann ja dann................

Wenn mal lieb und brav die Kinder,
wenn ein gutes Wort schon nützt,
Neugier plagt die kleinen Sünder,
jeder Schrank wird durchstibitzt,
dann ja dann............

Wenn die Säge, wenn der Hammer
Unruh bringt ins stille Heim,
wenns in Stube, Küche, Kammer
riecht nach Farbe und nach Leim,
dann ja dann.......

Wenn die Mutter macht Großreine,
Stühle auf die Tische stellt,
und der Lappen sucht die Beine,
wenn man über`n Eimer fällt,
dann ja dann............

Wenn`s im Hause riecht nach Stollen,
wenn der Kuchen wird probiert,
wenn im Bauch, dem übervollen,
jeder starken Druck verspürt,
dann ja dann...............

Wenn ein Lied, ein wohlbekanntes,
uns am Abend froh vereint,
wenn der Stern des Morgenglanzes
wieder allen Menschen scheint,
dann ja dann ist nicht mehr weit
bis zur schönen Weihnachtszeit.

(Autor unbekannt)

 

                  

      Wie war dies Jahr so schön vor vielen Jahren
      als wir noch klein und unerfahren waren,
      Wie war dies Jahr so schön vor vielen Jahren,
      nichts wussten von Kummer, Sorgen und Schmerzen,
      nur Fröhlichkeit in jungen Kinderherzen.

      Wie unendlich lang vergingen doch die Tage,
      warten, warten - es war eine Plage.
      Doch dann ein Jubeln, Jauchzen und Singen,
      wir hörten endlich das Glöcklein klingen.

      Wir rannten ins Zimmer in schnellstem Lauf
      und rissen vor Staunen die Augen auf,
      in festlichem Glanz stand der Weihnachtsbaum
      im von Äpfeln und Nüssen duftenden Raum.

      Und was da alles für Sachen lagen,  

      Pullover, Strümpfe, ein Puppenwagen,
      vom Vater gebastelt, von der Mutter gestrickt,
      wir bedankten uns herzlich und waren entzückt.

      Wir sahen die Eltern unter der Türe stehen,
      sie hakten sich ein,
      es war wunderbar,
      im Kreis ihrer fröhlichen Kinderschar.

      Mit sehnsüchtigem Herzen denk ich zurück
      der Weihnachtstage meiner Kindheit Glück,
      als wir in Eintracht unter'm Baume gesessen,
      jede Zeit, die werd' ich wohl nie vergessen!

       (Autor unbekannt)